Rund um den längsten Tag des Jahres findet am 21. Juni auch der Tag des Schlafes statt.
Auf die Idee für diesen Beitrag hat mich die liebe Edeline gebracht. Sie hat zu einer Mitmachaktion rund um den Tag des Schlafes aufgerufen. Dabei können persönliche, informative oder kreative Beiträge über Schlaf, Gesundheit, Wohlbefinden und Alltag entstehen.
Weil Schlaf in meinem Leben inzwischen eine ganz andere Bedeutung hat als früher, möchte ich mich gern an dieser Aktion beteiligen.
Schlaf betrifft uns alle. Trotzdem bekommt er häufig erst dann Aufmerksamkeit, wenn er zum Problem wird.
Für viele Menschen bedeutet Schlaf Erholung. Nach einem langen Tag ins Bett fallen. Am Wochenende oder im Urlaub ausschlafen. Neue Kraft sammeln. Den Körper regenerieren lassen.
Für andere Menschen ist Schlaf dagegen mit Herausforderungen verbunden. Schlafstörungen, chronische Erkrankungen und ungeklärte Beschwerden können das gesamte Leben beeinflussen und bleiben für Außenstehende trotzdem oft unsichtbar.
Der Tag des Schlafes bietet deshalb eine gute Gelegenheit, die unterschiedlichen Seiten des Schlafes sichtbar zu machen: erholsamen und nicht erholsamen Schlaf, Schlafgesundheit, Erkrankungen, Diagnostik, Behandlung und den ganz persönlichen Umgang damit.
Denn Schlaf ist weit mehr als eine tägliche Routine. Er beeinflusst unsere Gesundheit, unseren Alltag und unsere Lebensqualität.
Für mich bedeutet Schlaf heute allerdings nicht mehr automatisch Erholung.
Früher war Schlaf etwas Gutes
Früher gehörte ich zu den Menschen, die gern geschlafen und ausgeschlafen haben. Nach einem langen, anstrengenden Tag freute ich mich auf mein Bett.
Ausruhen. Pause machen. Am nächsten Morgen wieder neue Energie haben.
Dabei hatte ich früher einen sehr leichten Schlaf und brauchte oft lange, um überhaupt einzuschlafen. Trotzdem wusste ich, dass ausreichend Schlaf dazu führte, dass ich mich danach erholter und voller Energie fühlte.
Heute ist das anders.
Heute ist Schlaf für mich ein notwendiges Übel
Manchmal habe ich sogar das Gefühl, mehr zu schlafen, als ich lebe.
Schlaf erholt mich nicht mehr. Schlaf gibt mir keine neue Energie. Ausschlafen ist kein Luxus mehr, sondern notwendig, damit ich überhaupt irgendwie durch den Tag komme.
Mittlerweile schlafe ich meistens sehr schnell ein und kann überwiegend durchschlafen. Trotzdem ist Schlaf für mich nichts Schönes mehr.
Wenn ich aufwache, fühle ich mich jedes Mal wie gerädert.
Manchmal frage ich mich sogar, ob nicht mehr zu schlafen vielleicht auch eine Option wäre. Viel schlechter könnte es mir schließlich kaum gehen.
Natürlich weiß ich, dass Schlafentzug keine Lösung ist. Aber der Gedanke zeigt, wie sehr sich meine Beziehung zum Schlaf verändert hat.
Früher habe ich mich auf mein Bett gefreut.
Heute habe ich das Gefühl, dass der Schlaf mir immer mehr Zeit nimmt, ohne mir dafür etwas zurückzugeben.
Wenn selbst 18 Stunden Schlaf nicht reichen
Für Erkrankungen wie die idiopathische Hypersomnie gibt es in unserer Gesellschaft noch viel zu wenig Verständnis.
Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, wie es ist, selbst nach 18 Stunden Schlaf nicht ausgeschlafen zu sein. Seit eineinhalb Jahren nicht mehr ausgeschlafen zu sein.
Wie es sich anfühlt, nur mit Medikamenten durch den Tag zu kommen und trotzdem ab dem späten Nachmittag so viel zu gähnen, als hätte man seit Tagen nicht geschlafen.
Oder wie es ist, wenn der eigene Tag nicht dadurch endet, dass man alles erledigt hat, sondern weil der Körper oder der Kopf einfach nicht mehr mitmachen.
Wie es ist, wenn man schlafen muss, obwohl man eigentlich noch etwas erleben möchte.
Wenn man Verabredungen absagt, weil selbst ein Gespräch zu anstrengend ist.
Wenn man nach dem Aufwachen nicht weiß, ob man überhaupt geschlafen hat, weil man sich genauso erschöpft fühlt wie am Abend zuvor.
Meine Erkrankung ist dabei nicht immer sichtbar.
Ich bin gut darin, meine Symptome zu verstecken. Weil ich mich nicht jedes Mal rechtfertigen möchte. Und manchmal auch gar nicht die Kraft oder emotionale Stabilität dazu habe.
Von außen kann es so aussehen, als würde ich einfach nur auf der Couch liegen. Als würde ich mich ausruhen. Als hätte ich einen entspannten Tag.
Aber Ausruhen ist nicht dasselbe wie Erholung.
Nicht jede Krankheit ist von außen erkennbar. Nicht jede Krankheit ist leicht zu verstehen. Und nicht für jede Erkrankung gibt es eine passende, erprobte Behandlung oder sogar eine Heilung.
Müdigkeit hat viele Ursachen
Deshalb möchte ich am Tag des Schlafes darauf aufmerksam machen, dass Müdigkeit nicht immer die gleichen Gründe hat.
Sie entsteht nicht automatisch durch zu wenig Schlaf.
Nicht immer liegt es daran, dass jemand nachts wegen der Kinder aufstehen muss. In Schichten arbeitet. Zu lange wach geblieben ist. Zu viel Stress hat. Oder einfach früher ins Bett gehen sollte.
Manchmal ist Schlaf selbst ein Teil der Erkrankung.
Dann hilft es nicht, länger zu schlafen. Früher ins Bett zu gehen. Urlaub zu machen. Mehr Sport zu treiben oder die Schlafroutine zu verändern.
Schlaf und seine Auswirkungen sind so vielfältig wie wir Menschen selbst.
Was dir dabei hilft, morgens erholt aus dem Bett zu kommen, muss nicht für alle gelten.
Schon gar nicht für Menschen, die aufgrund einer Erkrankung Schlaf völlig anders erleben als du.
Für mich bedeutet Schlaf heute nicht mehr Erholung.
Er bedeutet vor allem verlorene Zeit. Zeit, in der andere Menschen leben, arbeiten, lachen, Pläne machen oder spontan etwas unternehmen.
Und trotzdem bleibt da die kleine Hoffnung, dass ich vielleicht doch eines Morgens aufwache und mich endlich wieder ausgeschlafen fühle.
Noch mehr Gedanken zum Tag des Schlafes
Auch andere Blogger*innen haben sich an der Mitmachaktion beteiligt und ihre ganz eigenen Gedanken und Erfahrungen zum Thema Schlaf geteilt.
Wenn du weiterlesen möchtest, findest du hier eine kleine Auswahl:
- Blogaktion zum Nationalen Tag des Schlafes: Warum unser Schlaf mehr Aufmerksamkeit verdient von Edelineshealthythings
- Tag des Schlafes – Wenn das Bett zum Katzenbett wird von Bunte Küchenabenteuer
- Eine ganz normale Nacht von Mausloch
