#008 — Der Moment in dem ich gemerkt habe: Das ist nicht normal.

Im Dezember 2024 war ich krank. Kurz vor Weihnachten hat es angefangen: erhöhte Temperatur, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen.

Irgendwann habe ich einen Covid-Schnelltest gemacht. Positiv.

Die Krankheit zog sich über mehr als zwei Wochen. An Silvester ging es mir schon besser, aber ich war noch positiv.

Am 07. Januar 2025 habe ich bei meinem neuen Arbeitgeber gestartet. Mittlerweile wieder negativ. Und gesund. Dachte ich.

Aber ich merkte immer häufiger, dass ich übermäßig müde war. Am Anfang dachte ich, dass es am neuen Job liegt. Aufgrund von Resturlaub und Feiertagen war ich 1,5 Monate zu Hause, bevor der neue Job gestartet hat. Da muss ich ja erst mal wieder reinkommen.

Aber es war mehr. Und es hat sich länger gezogen.

Ich war jeden Tag nach der Arbeit richtig platt. Komplett erschöpft. Konnte mich schwer konzentrieren. Und war auch körperlich erschöpft.

In den Wochen, in denen ich im drei Stunden entfernten Büro war und im Hotel geschlafen habe, war es noch schlimmer. Klar habe ich das darauf geschoben, dass ich wenig geschlafen habe. Und im Hotelbett ist es natürlich auch nicht dasselbe wie zu Hause zu schlafen.

Die Wochenenden habe ich quasi ausschließlich auf der Couch verbracht. Geruht. Lange ausgeschlafen. Langsam gemacht.

Alles rund ums Studium lief komplett auf Sparflamme. Für die Hausarbeit habe ich zum Beispiel nur das Nötigste gemacht. Nur so viel, um der Gruppe nicht zur Last zu fallen.

Das ist gar nicht meine Art. Normalerweise muss ich mich eher bremsen, damit die anderen auch ihren Teil übernehmen können. Normalerweise bin ich am Ende die, die alles noch zehnmal Korrektur liest. Die jede Quelle, jede*n Autor*in, jede Zeile der Hausarbeit in- und auswendig kennt.

Trotzdem habe ich mir eingeredet, dass das alles nicht so schlimm ist. Nur eine Phase. Jede*r schläft mal schlecht. Jede*r ist mal erschöpft. Ist ja auch viel los mit dem neuen Job und dem Studium.

Wenn ich es zum Sport geschafft habe, dann nur am Wochenende. Beim Sport bin ich sehr schnell an meine Grenzen gestoßen. Gewichte waren auf einmal zu schwer. Wiederholungen zu viel. Oft habe ich nicht alle Geräte geschafft, die sonst ein Leichtes für mich waren.

Mit dem Mountainbike war ich nach acht Kilometern platt. Hatte Schmerzen am ganzen Körper. Ich hatte viel öfter Muskelkater. Und das Gefühl, dass ich nach einem Tag mit Sport mindestens eine Woche Zeit brauche, um wieder zu regenerieren.

Zuvor war ich drei- bis viermal pro Woche beim Sport. Mehrfach pro Woche mit dem Bike unterwegs. Am Wochenende oft längere Touren. Einmal die Woche beim Yoga.

Das alles ging nicht mehr. Weil ich körperlich immer erschöpfter war.

Als mir bewusst wurde, dass sich die Erschöpfung — sowohl körperlich als auch geistig — mittlerweile über Wochen gezogen hat, bin ich das erste Mal zu meinem Hausarzt gegangen. Weil ich gemerkt habe, dass etwas nicht stimmt.

Und ich wusste nicht, wie schwierig es werden würde, den Grund für die Erschöpfung zu finden.

Den Weg zur Diagnose und allem, was dazugehört, werde ich in einem anderen Beitrag ausarbeiten.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert