Bild eines braunen Auges.

Ich bin nicht müde, aber mein Augenlid ist es

Es ist früher Abend.
Ein ganz normaler Tag. Ich sitze auf dem Sofa und schaue meine Lieblingsserie.
Ich bin nicht müde.

Zumindest nicht so, wie die meisten Müdigkeit verstehen.
Und dann fängt es an.
Mein rechtes Augenlid wird schwer.

Nicht langsam, im Sinne von “ich werde jetzt müde”, sondern plötzlich. So, als hätte jemand beschlossen, dass der Tag nun vorbei ist.

Ich versuche es zu ignorieren. Es gelingt nicht. Setze mich aufrechter hin. Blinzle bewusst. Reibe mir die Augen.
Das ändert alles nichts.

Es ist nicht mein ganzer Körper der müde ist, sondern dieses eine Augenlid. Schwer. Träge. Kaum noch richtig offen zu halten.
Und gleichzeitig ist mein Kopf noch da. Ich kann denken. Ich bin wach. Ich denke ich kann weitermachen.

Aber mein Körper scheinbar nicht. Er entwickelt ein Eigenleben.
Von außen ist es kaum sichtbar. Vielleicht wirke ich etwas erschöpft. Vielleicht auch ganz normal.

Aber in mir drin, passiert etwas anderes.
Es ist nicht nur das Gefühl, dass ich jetzt einfach müde bin. Wie wir das alle kennen. Es ist eine Art von Kontrollverlust.
Als würde mein System Stück für Stück herunterfahren. Ohne, dass ich mich dafür entschieden habe. Und ohne, dass ich etwas dagegen tun kann.

Egal was ich tue, ich habe keinen Einfluss mehr auf meinen Körper.
Ich stehe auf, bewege mich, versuche mich auf etwas anderes zu konzentrieren.
Ich versuche mich zusammenzureißen, weil ich denke, dass ich nur ein bisschen mehr wollen muss.

Aber genau das ist der Punkt. Es geht nicht um Wollen. Es fühlt sich an, als hätte ich verloren. Als hätte jemand anders für mich entschieden, dass mein Tag nun vorbei ist. Ich bin wütend, weil ich doch noch Pläne für den Abend hatte. Traurig, weil ich weiß, dass das nun mein Alltag ist. Die Zeiten als ich selbst entscheiden konnte, wann es Zeit ist zu schlafen, sind vorbei.

Meine Konzentration lässt nach. Das Auge wird noch schwerer. Und alles, was gerade noch machbar war fühlt sich unendlich anstrengend an. Egal, ob ich jetzt noch eine Flasche Wasser aus der Küche hole, oder meine Tasse in die Spülmaschine räume. Jede dieser Tätigkeit fühlt sich wie ein Kraftakt an. Alles, was mit Nachdenken oder Konzentration zu tun hat, ist quasi gar nicht mehr möglich. Meine Gedanken kann ich nicht mehr fokussieren.

Ich fühle mich, wie kurz vor einer Vollnarkose. Gerade noch wurde mir gesagt, dass ich von 10 rückwärts zählen soll. Ich bin erst bei 9 angekommen, aber merke, dass ich gleich weg bin.

Es fällt mir sehr schwer diese Momente zu erklären. Weil ich nicht einfach nur müde bin. Es geht nicht darum, dass ich zu wenig geschlafen habe, oder einen langen Tag hatte.

An manchen Tagen passt das einfach nicht zusammen. Ich bin wach, aber mein Körper ist es nicht mehr. Ich verliere die Kontrolle. Als hätte jemand den Stecker gezogen. Auf einen Schlag ist die Energie komplett leer.

Vielleicht ist das der größte Unterschied zwischen normaler Müdigkeit, die wir alle kennen und meiner Situation. Es gibt kein langsames müde werden. Der Körper schaltet einfach in Etappen ab. Manchmal beginnt es einfach mit einem Augenlid. Und es fühlt sich an, als hätte mich jemand in den Standby-Modus geschaltet.

Ich habe nur noch eine Möglichkeit. Schlafen gehen. Und sobald der Kopf das Kissen berührt, bin ich weg.

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